Warum Hände waschen sein muss
Gesundheit Hände waschen kann einen tatsächlich davor bewahren, krank zu werden. Warum das so ist, erfuhren die Vorschulkinder im Kindergarten am Helmut-G.-Walther-Klinikum bei einem lehrreichen Vormittag von vier Mitarbeitern des Gesundheitsamtes, die zu ihnen in die Gruppe - und in den Waschraum - kamen.
Regeln werden dann am ehesten eingehalten, wenn Kinder verstehen, warum sie nötig sind. Sich als Dreckspatz mit ungewaschenen Händen an den Tisch zu setzen, gilt als ungehörig. Dass es einen krank machen kann, wenn man gespielt hat, dies und das angefasst hat und schließlich die Finger an den Mund bringt, bekamen zwölf Vorschulkinder aus Lichtenfels von Dr. Anja Grottker und ihren Kollegen von der Abteilung Gesundheit des Landratsamtes sehr anschaulich erklärt. Dabei durften die Kinder in einem Experiment mit dem von der Ärztin mitgebrachten Hygienekoffer selbst ausprobieren, ob sie sich die Hände auch gründlich genug gewaschen hatten. Eine fluoreszierende Creme wurde aufgetragen, die leuchtete, sobald man die Hände in den dunklen Koffer steckte. Durch die Gucklöcher konnte man dies von oben deutlich sehen. Anschließend hieß es Hände waschen und nochmals nachschauen. Vor allem an den Fingernägeln leuchtete es da bei manchen noch kräftig...
Wie also wäscht man sich die Hände richtig? Dr. Anja Grottker und Heiko Stedler, der am Landratsamt als Hygienekontrolleur tätig ist, erläuterten dies den Kindern gemeinsam im Waschraum. Flüssigseife aus dem Spender, ein eigenes, sauberes Handtuch (oder Einmal-Handtücher) und warmes Wasser sind die Grundvoraussetzungen. "Richtig schön einschäumen, mindestens bis zehn zählen, abspülen und abtrocknen", so die Empfehlung.
Damit sie sehen, dass sich auch nach dem Waschen noch Bakterien oder Viren auf den Händen tummeln, wurden Kulturen angelegt. Dazu drückten die Mädchen und Jungen ihre Finger in eine mit ihren Namen beschriftete, so genannte Agarschale. Im Labor des Klinikums wachsen die Keime in der verschlossenen Schale dann in ein bis zwei Tagen bei idealen Bedingungen, dann werden sie wieder zurück in den Kindergarten gebracht, um zu zeigen, was da noch alles gewachsen ist.
Angst machte das Team aus der Behörde den Kleinen aber nicht. "Es gibt gute und schlechte Bakterien", sagte Dr. Grottker. Nur die schlechten können einen krank machen. Im Joghurt beispielsweise seien die guten Bakterien, die bewirken, dass aus der Milch überhaupt erst Joghurt werden kann. Jeder Mensch habe immer Bakterien an sich. Nur wenn es zu viele würden, könnten sie dem Menschen etwas anhaben.
Heiko Stedler veranschaulichte dies den Kindern mit einem Versuch. Sie sollten doch einmal versuchen, ihn wegzuschubsen. Erst war ein Kind alleine aufgefordert - und schaffte das natürlich nicht. Drei, vier Kinder gemeinsam konnten da schon mehr bewirken und den großen Mann ins Wanken bringen. So sei es auch mit den Bakterien und Viren: Wenn es viele sind, kann man krank werden, Bauchweh, Durchfall oder Grippe bekommen. Davor kann einen das Hände waschen schützen.
Hygienebewusstsein und entsprechende Verhaltensnormen sind beim Menschen nicht angeboren und müssen erlernt werden.